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VENUS von Laussel

Aktualisiert: 16. Aug. 2023


18.000 bis 20.000 v. Chr., Frankreich

  • auch: „Venus mit Horn“

  • Größe: 46cm

  • Fundort: 1911 als Bestandteil des Berges Abri von Laussel in der Dordogne.

  • die Venus wurde in Kalkstein gemeißelt, das Relief dann aus der Felswand herausgeschnitten

  • stammt aus der archäologischen Kultur des Gravettien

  • Besonderheit: obwohl sie viele der Eigenschaften mit andren Venus Figurieren teilt, ist sie doch einzigartig: sie ist seltenes Exemplar prähistorisches Flachreliefs

  • Wie so oft bei Venusfiguren ist der Kopf gesichtslos dargestellt, was uns vom Individuum zum Kollektiv führt

  • Brüste, Bauch und Oberschenkel hingegen sind betont und ihr linker Arm ruht auf ihrem Bauch, was so oft mit einem Fruchtbarkeitskult in Verbindung gebracht wird


Darstellung

  • hält ein Horn in rechter Hand, das eines Wisents oder Steinbocks

  • mit 13 Einkerbungen versehen, was mitunter mit der Anzahl der menstrualen Zyklen im Jahr in Zusammenhang gebracht wird

  • wie so oft bei den Venus-Figurinen ist der Kopf gesichtslos, was vom Individuum wegweisen soll

  • Brüste, Bauch und Oberschenkel werden dagegen betont, die linke Hand liegt auf dem Bauch, was mit einem Kult der Fruchtbarkeit assoziiert wird

  • ursprünglich mit rotem Ocker bemalt, womöglich eine Hindeutung zur Menstruation

  • an rechter Hüfte befindet sich Y-förmiges Zeichen

  • ursprünglich mit rotem Ocker bemalt, was auf Menstruationsblutungen hinweist

  • Im rechten Oberschenkel ist ein Y eingraviert


Zeiterfassung über 13 Monde

Das Horn ist mit 13 Einkerbungen versehen, was mitunter als die Anzahl der weiblichen Zyklen im Jahr gedeutet oder mit den Mondphasen innerhalb eines Jahres in Zusammenhang gebracht wird.


Hierbei könnte es sich daher um eine Darstellung der ersten Zeitrechnung handeln. Das Wissen, die Dauer einer Schwangerschaft mit Hilfe den Mondzyklen zeitlich festzuhalten und zu planen, müsste für die Frauen der Steinzeit überlebenswichtig gewesen sein.


Herkunft

Die Darstellung gehört thematisch und chronologisch zwar zu den Venusfigurinen, ist jedoch im Gegensatz zu diesen kein jungpaläolithisches Kleinkunstwerk, sondern ein in den Kalkstein-Felsen eingemeißeltes Halbrelief.


Das Relief befand sich auf einem mehrere Kubikmeter großen Felsblock, der aus dem Dach des Abris herausgebrochen war. In der unmittelbaren Nähe wurden vier weitere Reliefs gefunden. Aufgrund der räumlichen Nähe der fünf Reliefs wurde dieser Ort als eine Art Cella interpretiert, also als ein Heiligtum oder ein zeremonieller Ort.


Die Skulptur wurde als Basrelief in einen Abschnitt der Wand geschnitzt, mit einer Schwellung im Bereich des Bauches der Skulptur.



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